SCHLÖSSER UND PALÄSTE

ARCHITEKTUR UND GESCHICHTE
8 kwietnia 2017
 
  • Anreise und Unterkunft im Hotel in Breslau
  • Kulturhauptstadt

Stadtbesichtigung von Breslau auf der Route der interessantesten Bauwerke.
Die Geschichte von Niederschlesien war schon immer sehr turbulent. Bereits im Altertum war die Region durch die keltischen, slawischen, germanischen und sogar kaukasischen Stämme bewohnt. Trotz so großer Vielfalt verlief der erste „Kulturaustausch“ ungewöhnlich friedlich.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt durch die unterschiedlichen Einflüsse geprägt, weil sie abwechselnd zu Polen, Tschechien, Österreich und Deutschland gehörte. Diese Situation musste zu deren Multikulturalität führen, die das Wahrzeichen von Breslau wurde. Seltene Streitereien zwischen den Einwohnern, die unterschiedlichen Konfessionen oder ethnischen Gruppen angehörten, haben die Gemeinschaft, die sie gebildet haben, nie bedroht. Die Lage im Herzen Europas hat Breslau ausgezeichnet genutzt, vor allem als Handelsstadt.
Auf dem größten Marktplatz Europas gab es eine Vielzahl von jüdischen, deutschen, polnischen und sogar arabischen Kramläden. Die Stadt wurde zum Bindeglied von Kulturen, Richtungen und Religionen (das beste Beispiel dafür ist heute das Vier-Konfessionen-Viertel), gleichzeitig mit großer politischer und wirtschaftlicher Autonomie. Dank dieser Stadtpolitik konnten in Breslau so viele wunderbare Kirchen verschiedener Konfessionen, Handelsplätze sowie Zentren der weltlichen und geistlichen Macht entstehen. Die Hauptstadt von Schlesien war reich; unabhängig davon, unter welchem Herrschaftsbereich sie sich auch gerade befand. Breslau entwickelte sich so kontinuierlich unter jeder Gesetzgebung und Verwaltung. Schon vor dem 2. Weltkrieg war Breslau eine kosmopolitische Stadt, mit zahlreichen Warenhäusern und modernsten Bauwerken, die mit Berlin vergleichbar waren.
Das Kriegsende war für Breslau besonders tragisch. Die seit Jahrhunderten blühende Stadt mit seinen einmaligen Sehenswürdigkeiten lag in Trümmern. So hat Breslau den höchsten Preis für den Kampf zwischen zwei verbrecherischen Ideologien –Kommunismus und Nationalsozialismus- bezahlt. Viele haben geglaubt, Breslau würde sich nie wieder aus diesen Trümmern erheben können. Zum Glück haben sich diese Befürchtungen aber nicht bewahrheitet. Die Stadt wurde sehr schnell wieder aufgebaut und heute ist sie wahrscheinlich schöner denn je. Sogar das Hochwasser von 1997 konnte das nicht ändern. Da gibt es wohl eine gewisse Macht, die die Stadt schützt. Vielleicht ist es die positive Energie der Bürger von Breslau; vielleicht nur ein Zufall, vielleicht aber wird die Stadt von ihren kleinsten Bewohnern, den Breslauer Zwergen, die sich immer häufiger den Besuchern in allen Stadtteilen sehen lassen – behütet…

Man kann sich schlecht einen besseren Kandidaten für die Europäische Kulturhauptstadt vorstellen, als die Stadt, die die Multikulturität in ihrer tausendjährigen Geschichte bewiesen hat.

  • Besichtigung der Schlösser und Burgen in Niederschlesien – Teil der Europäischen Route der Burgen und Paläste

Schloss Staniszów (Stonsdorf)
Stonsdorf – Ritterdorf, zum ersten Mal 1395 erwähnt, liegt im Hirschberger Tal auf dem Lomnitzer Hügel. Das Schloss Stonsdorf - ein spätbarockes, zweistöckiges Gebäude aus dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Grundriss eines Quadrates errichtet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zwei Flügel angebaut, die auf den inneren Garten im französischen Stil hinausführen, dessen Abschluss ein klassisches ,,Kavalierhaus“, das von einem Glockenturm mit einer Uhr gekrönt wird. Wegen seiner Lage und der wunderschönen Landschaftsparks gehörte das Schloss zu den schönsten im Hirschberger Tal.
Der historische Charakter der Innenräume, Gemälde, englische Stoffe, Teppiche, Schnitzwerk (Parkettfußböden, Täfelung) sowie Kamine und Sandsteinboden machen die besondere Atmosphäre eines ehemaligen aristokratischen Hauses aus. Der Schlosspark in Staniszów/Stonsdorf wurde von Josef Lenné entworfen und gehört zu den ersten Grundkonzeptionen eines Parks im englischen Stil in Niederschlesien. Er ist vielfältig in seiner Gestaltung durch zahlreiche Felsengruppen, reichen Baumbestand, wunderschöne Landschaften.

Schloss und Gutshof Lomnitz – durchaus ein ungewöhnlicher Platz. Es ist ein großes lebendiges Museum - das „Schlesische Gutsmuseum Schloss Lomnitz“ , wo Sie in die magische Welt vergangener Zeiten eintauchen können. In jedem Gebäude und auf dem gesamten Gelände ist immer etwas los. Im großen Schloss kann man täglich historische Schlossräume und die Ausstellung „Das Tal der Schlösser und Gärten“ besichtigen. Im Kleinen Schloss befinden sich das Hotel und das Restaurant. Der 9 ha große Landschaftspark im englischen Stil erstreckt sich am Ufer des Flusses Bober. Beide Schlösser liegen inmitten des Parks. Das Ganze bildet eine sehr eindrucksvolle Gesamtkomposition, wo Natur und Kultur ideal miteinander verbunden.

Pałac Wojanów
Das Schloss wurde im Jahre 1603 von Nikolaus von Zedlitz und Nimmersatt gebaut , dann wechselte sehr oft seine Besitzer . Im Jahre 1839 wurde Wojanów vom König Friedrich Wilhelm III von Preußen als Hochzeitsgeschenk für seine Lieblingstochter Louise und den Prinzen Friedrich der Niederlanden (Fryderyk van Oranje – Nassau) gekauft. Dank der Bemühungen des königlichen Paares erhielt das Schloss die schönste Parkanlage und neogotische Fassaden. Das Bauwerk überstand unzerstört den zweiten Weltkrieg, wurde aber gleich danach geplündert und ausgeraubt. Seit 2004 gehört das Schloss der Gesellschaft mbH „Pałac Wojanów”. Die Schloss- und Parkanlage wurde gründlich renoviert und seit 2007 dient den Kunden als Konferenz- und Erholungszentrum mit einem ausgebauten SPA-Bereich.